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Aerobes Training: Definition, Pulsbereiche und physiologische Wirkung beim Rudern

25. Februar 2026

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VON Lars Wichert

Was ist aerobes Training?

Aerobes Training bildet die Grundlage nahezu jeder Ausdauersportart – vom Marathon bis zum Triathlon. Doch was genau bedeutet „aerob“? Wo verläuft die Grenze zum anaeroben Training? Und wie lassen sich diese Bereiche beim Rudern gezielt nutzen?

 

Gerade das Rudertraining eignet sich hervorragend, um aerobes Training präzise zu steuern. Durch die kontrollierbare Intensität, die Ganzkörperaktivierung und die Möglichkeit zur exakten Leistungsüberwachung (Watt, Pace, Herzfrequenz) lassen sich Trainingsbereiche systematisch entwickeln.

 

Dieser Artikel beleuchtet wissenschaftlich fundiert die Definition von aerobem Training sowie die Abgrenzung zum anaeroben Training. Ebenso schauen wir auf die physiologischen Prozesse im Körper und die nützlichen Herzfrequenzbereiche, die für die jeweiligen Trainingszonen wichtig sind. Zudem gibt es praktische Anwendungen beim Rudern beziehungsweise auf dem Rudergerät. 

Anaerobes und Aerobes Training lässt sich optimal mit dem AUGELTICS Rudergerät steuern, auch weil es eine Magnetbremse hat, die elektronisch gesteuert ist.

Der Begriff „aerob“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „mit Sauerstoff“.

 

Aerobes Training bezeichnet Belastungen, bei denen die Energiebereitstellung überwiegend unter Nutzung von Sauerstoff erfolgt.

 

Dabei dominiert die oxidative Energiegewinnung in den Mitochondrien der Muskelzellen.

 

Physiologischer Hintergrund

Die Hauptenergieträger sind:

  • Fettsäuren

  • Glukose

  • Glykogen


 

Unter Sauerstoffverbrauch entstehen:

  • ATP (Adenosintriphosphat)

  • Kohlendioxid

  • Wasser

Die oxidative Phosphorylierung liefert im Vergleich zur anaeroben Glykolyse deutlich mehr ATP pro Molekül Glukose.

Abgrenzung: Aerobes vs. anaerobes Training

Um aerobes Training richtig einordnen zu können, ist die klare Abgrenzung zum anaeroben Training entscheidend. Beide Trainingsformen unterscheiden sich nicht durch die Bewegung selbst, sondern durch die dominierende Form der Energiebereitstellung.

 

Beim aeroben Training steht die oxidative Energiegewinnung im Vordergrund. Der Körper verfügt über ausreichend Sauerstoff, um Kohlenhydrate und Fette vollständig in den Mitochondrien zu verstoffwechseln und daraus ATP zu produzieren. Dieser Prozess ist vergleichsweise langsam, aber äußerst effizient und nachhaltig.

 

Im Gegensatz dazu dominiert beim anaeroben Training die Glykolyse ohne ausreichende Sauerstoffverfügbarkeit. Dabei entsteht Laktat als Nebenprodukt, und die Belastung kann nur über eine begrenzte Zeit aufrechterhalten werden. Der Übergang zwischen beiden Systemen ist fließend und wird häufig über die sogenannte Laktatschwelle definiert. Diese beschreibt jenen Intensitätsbereich, bei dem die Laktatproduktion die Laktatelimination übersteigt und die Konzentration im Blut kontinuierlich ansteigt (Faude et al., 2009). In der Trainingspraxis markiert diese Schwelle den Punkt, an dem ein überwiegend aerobes Training zunehmend anaerobe Anteile bekommt.

Wie sind die Trainingsbereiche definiert?

Die Definition der Trainingsbereiche im aeroben Training erfolgt üblicherweise über physiologische Marker wie Herzfrequenz, VO₂max (maximale Sauerstoffaufnahme), Laktatkonzentration oder ventilatorische Schwellen. Im klassischen Grundlagentraining, oft als GA1 bezeichnet, bewegt sich die Intensität typischerweise zwischen 60 und 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Im Rudern wird der Bereich von 72–79 und 79–82 Prozent der maximalen Herzfrequenz als EXA (extensive Ausdauer) definiert. Die beiden Bereiche geben den unteren EXA‑, genauer gesagt den oberen EXA-Bereich an. 

In diesem Bereich bleibt die Laktatkonzentration meist unter 2 mmol/L, was auf eine stabile aerobe Stoffwechsellage hinweist. Der Organismus kann die anfallenden Stoffwechselprodukte vollständig abbauen, ohne dass es zu einer systematischen Übersäuerung kommt.

Mit steigender Intensität nähert man sich dem Bereich der anaeroben Schwelle, der häufig als GA2 oder intensives aerobes Training beschrieben wird. Beim Rudern wird dieser Intensitätsbereich häufig mit INA (intensive Ausdauer) abgekürzt. Hier liegt die Herzfrequenz meist zwischen 75 und 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz, und die Laktatwerte bewegen sich im Bereich von etwa 2 bis 4 mmol/L.

 

Obwohl die Belastung bereits deutlich anspruchsvoller ist, dominiert weiterhin die oxidative Energiebereitstellung. Erst oberhalb dieses Bereichs gewinnt das anaerobe System zunehmend an Bedeutung (Seiler & Kjerland, 2006). Diese Differenzierung ist essenziell, um aerobes Training gezielt einzusetzen und Überlastungen zu vermeiden.

Was passiert im Körper beim aeroben Training?

Aerobes Training führt zu tiefgreifenden Anpassungsprozessen im gesamten Organismus. Besonders deutlich werden diese im Herz-Kreislauf-System. Durch wiederholte Belastung im aeroben Bereich erhöht sich das Schlagvolumen des Herzens, wodurch mit jedem Herzschlag mehr Blut und damit mehr Sauerstoff in die Muskulatur transportiert werden kann. Langfristig sinkt die Ruheherzfrequenz, da das Herz ökonomischer arbeitet und weniger Schläge benötigt, um den gleichen Output zu erzielen. Gleichzeitig nimmt die Kapillarisierung der Muskulatur zu, wodurch die Sauerstoffversorgung der einzelnen Muskelfasern verbessert wird (Bassett & Howley, 2000).

 

Auf zellulärer Ebene steigt durch aerobes Training die Mitochondriendichte in den Muskelzellen. Mitochondrien sind die zentralen Orte der oxidativen Energiegewinnung, und eine höhere Dichte bedeutet eine gesteigerte Fähigkeit zur aeroben ATP-Produktion. Zudem erhöhen sich die Aktivitäten oxidativer Enzyme, was die Effizienz des Stoffwechsels weiter verbessert (Holloszy & Coyle, 1984). Diese Anpassungen ermöglichen es dem Körper, bei gleicher Belastung weniger schnell zu ermüden und höhere Intensitäten länger aufrechtzuerhalten.

Warum ist aerobes Training beim Rudern besonders effektiv?

Training auf dem Rudergerät erlaubt exakte Watt-Steuerung, Herzfrequenzkontrolle sowie reproduzierbare Intensitäten, da sie nicht von äußeren Einflüssen abhängig ist. Dadurch können Trainingsbereiche gezielt eingehalten werden, was im klassischen Ausdauertraining im Freien oft schwieriger ist. Diese Kombination aus Ganzkörperaktivierung und exakter Belastungssteuerung macht Rudern zu einem besonders wirkungsvollen Instrument für strukturiertes aerobes Training.

Wie nutzt man aerobes Training beim Rudern richtig?

Grundlagentraining (GA1) (EXA)

Ziel:

  • Verbesserung der aeroben Basis

  • Fettstoffwechseloptimierung

 

Umsetzung:

  • 18–22 SPM

  • moderate Intensität

  • 20–60 Minuten

  • Puls 60–75 % HFmax

 

Hier liegt der Schwerpunkt auf Technik und Ökonomisierung.

Schwellentraining (GA2) (INA)

Ziel:

  • Anhebung der Laktatschwelle

  • Leistungssteigerung

Umsetzung:

  • 75–85 % HFmax

  • Intervalle 8–20 Minuten

  • kontrollierte Atmung

Dieses Training bleibt noch überwiegend aerob, erzeugt aber gezielte metabolische Anpassung.

Anaerobe Intervalle (HINA)

Ziel:

  • VO₂max-Steigerung

  • Verbesserung der maximalen Leistungsfähigkeit

 

Umsetzung:

  • 85–95 % HFmax

  • kurze Intervalle 30–120 Sekunden

  • vollständige Erholung

 

Diese Einheiten sollten dosiert eingesetzt werden.

Wettkampfspezifische Ausdauer

Ziel: 

  • Trainingsform mit sehr hoher Intensität (>95% HFmax) zur direkten Wettkampfvorbereitung, meist oberhalb der anaeroben Schwelle

 

Umsetzung: 

  • 95–100 % HFmax
  • Das Training der WSA ist nur für ambitionierte Sportler sinnvoll, da es ein sehr hohes Risiko für Übertraining birgt und nur nach einer soliden Basis-Grundlagenausdauer (GA1/GA2) durchgeführt werden sollte

Polarisiertes Training im Kontext des aeroben Trainings

Die moderne Trainingswissenschaft zeigt, dass erfolgreiche Ausdauersportler ihre Trainingsintensität häufig polarisiert verteilen. Das bedeutet, dass der überwiegende Anteil des Trainings – oft 70 bis 80 Prozent – im niedrigen aeroben Bereich stattfindet, während ein kleinerer Anteil hochintensiv gestaltet wird. Der mittlere Intensitätsbereich wird vergleichsweise wenig genutzt (Seiler, 2010).

 

Dieses Modell lässt sich beim Rudern besonders gut umsetzen, da die Intensität präzise kontrollierbar ist. Ein überwiegend aerobes Training sorgt für stabile physiologische Anpassungen, während gezielte hochintensive Reize die maximale Leistungsfähigkeit verbessern. Die Kombination beider Komponenten ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung von Ausdauer und Belastbarkeit.

 

Für 80 % der Sportler sollte aerobes Training die Basis bilden. Die Empfehlung liegt hier ganz klar bei zwei bis vier Einheiten pro Woche mit einer Dauer von 30 bis 90 Minuten. Von den Einheiten kann eine intensive Einheit als Option gewählt werden. Wie immer gilt: Technik vor Belastung. Für eine richtige Leistungsentwicklung sollte eine stabile Ausdauerbasis der Grundstein sein und anaerobe Belastungen sollten als Entwicklungsschritt gesehen werden. 

Warum das AUGLETICS Eight Style die beste Wahl ist

Das AUGLETICS Eight Style setzt auf ein hochmodernes Magnetbremssystem und bietet einige der fortschrittlichsten Funktionen im Bereich des Heim-Ruderns.
Ein besonderes Highlight ist der Virtual Coach, der in Echtzeit die Technik analysiert und dem Sportler sofort Rückmeldung gibt. Diese Funktion hilft dabei, Fehler zu vermeiden und eine saubere Technik zu entwickeln.
Der große 15-Zoll-Touchscreen sorgt für eine interaktive Trainingserfahrung. Neben vorinstallierten Workouts und Technikanalysen bietet das Display auch Zugang zu Streaming-Diensten wie Netflix und YouTube, sodass das Training noch unterhaltsamer wird.
Ein weiterer Vorteil ist das platzsparende Design. Dank der klappbaren Schiene lässt sich das Rudergerät nach dem Training leicht verstauen. Das robuste Magnetbremssystem gewährleistet zudem eine hohe Lebensdauer und gleichbleibend präzise Widerstandsregelung.
 

Über den Autor

Lars Wichert

Lars Wichert ist Sportwissenschaftler und ehemaliger Leistungssportler im Rudern. Er war 13 Jahre Teil der deutschen Nationalmannschaft. Dabei kann er auf zwei Teilnahmen an den Olympischen Spielen sowie drei Weltmeistertitel zurückblicken. Er war nach seiner Ruderkarriere als Trainer tätig und konnte mit seinem Team die Europameisterschaft gewinnen. Mittlerweile ist er in seiner Freizeit im Triathlon unterwegs und hält dort die Weltbestzeit der Amateure über die Ironman-Distanz. Lars verfügt über das Wissen als Trainer, Leistungssportler und Sportwissenschaftler, sodass sich jeder angesprochen fühlen kann. Sein Ziel ist es, Spaß an der Bewegung zu vermitteln und zu verdeutlichen, dass mit geringem Aufwand viel für die Gesundheit getan werden kann – denn es gibt keine bessere Vorsorge als die Investition in die eigene Gesundheit. Lars Wichert è uno scienziato dello sport ed ex atleta agonista di canottaggio. Ha fatto parte della nazionale tedesca per 13 anni. Ha partecipato a due Olimpiadi e ha vinto tre titoli mondiali. Dopo la carriera di canottiere, ha lavorato come allenatore e ha vinto il campionato europeo con la sua squadra. Nel tempo libero pratica il triathlon e detiene il record mondiale amatoriale sulla distanza Ironman. Lars dispone delle conoscenze necessarie come allenatore, atleta agonista e scienziato dello sport, in modo da poter soddisfare le esigenze di tutti. Il suo obiettivo è quello di trasmettere il piacere del movimento e di dimostrare che con poco sforzo si può fare molto per la salute, perché non c’è prevenzione migliore che quella della propria salute. Lars Wichert is a sports scientist and former competitive rower. He was a member of the German national team for 13 years. He can look back on two Olympic appearances and three world championship titles. After his rowing career, he worked as a coach and won the European Championship with his team. He now spends his free time competing in triathlons and holds the world record for amateurs over the Ironman distance. Lars has the knowledge as a coach, competitive athlete and sports scientist, so that everyone can feel addressed. His goal is to convey the fun of exercise and to make it clear that a lot can be done for one’s health with little effort – because there is no better prevention than taking care of one’s own health. Lars Wichert est scientifique du sport et ancien athlète de haut niveau en aviron. Il a fait partie de l’équipe nationale allemande pendant 13 ans. Il a participé à deux reprises aux Jeux Olympiques et remporté trois titres de champion du monde. Après sa carrière d’avironneur, il a travaillé comme entraîneur et a remporté le championnat d’Europe avec son équipe. Aujourd’hui, il consacre son temps libre au triathlon et détient le record mondial amateur sur la distance Ironman. Lars dispose des connaissances nécessaires en tant qu’entraîneur, athlète de haut niveau et scientifique du sport, ce qui lui permet de s’adresser à tout le monde. Son objectif est de transmettre le plaisir de bouger et de montrer qu’il est possible de faire beaucoup pour sa santé avec peu d’efforts, car il n’y a pas de meilleure prévention que celle de sa propre santé.

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